Veranstaltung MAL ERNSTHAFT: "Elektroautos? Zukunft ohne Grenzen oder grenzenloser Irrtum?"

Am 14. Juni luden Andreas Lämmel MdB und Arnold Vaatz MdB zu „Mal Ernsthaft“ ins Verkehrsmuseum Dresden ein. Referenten waren Steffan Bilger MdB, Koordinator für Elektromobilität der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Leiter des Innovationszentrums Fahrzeugmechatronik der TU Dresden, Prof. Dr.-Ing. Bernhard Bäker und der Leiter der Kommunikationsabteilung der Gläsernen Manufaktur in Dresden, Dr. Carsten Krebs.

 

Steffan Bilger MdB begann mit folgender Prognose: Bis 2030 wird der Güterverkehr um 38% und der Personenverkehr um 13% ansteigen und das entgegen der allgemeinen Meinung einer abnehmenden Verkehrsbelastung. Er erwähnte die Probleme des jetzigen Verkehrs, wie z.B. Staus und Emissionen in den Innenstädten. Hier könnte zukünftig z.B. mit Oberleitungsfahrzeugen und E-Autos als auch E-LKW entgegengesteuert werden. Deshalb müssten die bisherigen Probleme der Elektroautos wie der hohe Preis, die geringe Reichweite und die mangelhafte Lade-Infrastruktur schneller behoben werden.

 

Prof. Bernhard Bäker beschäftigt sich vor allem mit dem eigenständigen Fahren und dessen Sicherheit und Effizienz. Er nannte die Risiken, die damit verbunden sind, wie z.B. den Fremdzugriff auf die Bordelektronik oder die Reaktionsschnelligkeit des Fahrers bei notwendigen Eingriffen. Für viele Gäste war vor allem sein Projekt in Dresden zur Gestaltung eines einfachen und energieeffizienten Straßennetzes der Zukunft interessant.

 

Dr. Carsten Krebs stellte die strategische Firmenausrichtung in Sachen Elektromobilität speziell für den Hersteller VW und den Standort Gläserne Manufaktur vor.

 

In der Diskussionsrunde wurde z.B. gefragt, ob Politik und Wirtschaft den Trend Elektroauto verschlafen habe. Dies sei nicht der Fall, so die Antwort von Dr. Krebs, sondern es sei der richtige Moment für die Massentauglichkeit abgepasst wurden. Denn im Gegensatz zu Tesla und Co., welche bislang noch keinen Gewinn erwirtschaften, stellt VW E-Fahrzeuge nicht nur für Reiche mit Fahrspaß zur Verfügung, sondern preiswertere Alltagsautos mit hohem Nutzen her. Größter Konkurrent wird China sein, da diese riesige Volkswirtschaft die Eigenentwicklungen auf Basis der  Verbrennungsmotoren verschlafen hat und deshalb die Elektromobilität jenseits marktwirtschaftlicher Zwänge stark fördert. Zum Thema Recycling von E-Auto-Batterien verwies Prof. Bäker auf laufende Tests einer Weiternutzung in Heimnetzwerken. Insgesamt kritisch gesehen wurde vom Publikum die Frage, ob unsere stärker werdende Ökostromproduktion zukünftig für eine höhere Anzahl von Elektroautos reichen wird. 

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