Veranstaltung MAL ERNSTHAFT: "Versandapotheken – Fluch oder Segen? -Bedroht DocMorris meine Apotheke um die Ecke? –"

Am 23. Mai luden Andreas Lämmel MdB und Arnold Vaatz MdB erneut zu „Mal Ernsthaft“ ins Haus an der Kreuzkirche. Etwa 80 Interessierte folgten der Einladung zur Diskussionsrunde.

 

Referenten waren die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Maria Michalk MdB, der Rechtswissenschaftler und Vorstandsmitglied bei der Versandapotheke DocMorris Max Müller sowie der stellv. Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbandes e.V. Dr. Reinhard Groß.

 

Andreas Lämmel eröffnete den Abend mit einer Einführung in die Situation und die Problematik, vor allem mit dem Hintergrund des EuGH-Urteils, die Arzneimittelpreisbindung für ausländische Versandapotheken zu kippen, was für viele Apotheker eine Gefahr für die Versorgung mit Arznei darstellt.

 

Maria Michalk MdB betonte zunächst warnend, dass zunehmend mehr Menschen im Land auf schnelle medikamentöse Hilfe angewiesen sind und verwies mit der Frage: „Ist das Medikament eine Ware wie jede andere?“ auf die Versandproblematik von verschreibungspflichtigen Medikamenten, wobei es wichtig sei, die flächendeckende Versorgung auch in ausgedünnten Regionen zukünftig sicherzustellen und ein Verbot vom ausländischen Versandhandel dieser Art Arznei zu erwirken.

Sie betonte zudem auch die Wichtigkeit eines solchen Verbotes, da das „Gesundheitswesen absolutes nationales Recht“ sei und man die Zügel nicht in andere Hände geben dürfe.

Als Konsequenz sieht sie u.a. die Gefahr des Verlustes von Qualität und Qualitätskontrollen von Medikamenten bei der Lieferung.

 

Max Müller wies darauf hin, dass man sich nicht über geschürte Ängste unterhalten dürfe, sondern über eine Möglichkeit zur dauerhaften Versorgungssicherheit von Medikamenten – „flächendeckend verfügbar, bezahlbar, wahlfrei“.

Zudem plädierte Müller dafür, nicht über das „entweder, oder“ zu diskutieren, sondern ein Augenmerk auf eine Zusammenarbeit, einen Konsens,  zwischen Präsenzapotheken und Versandhandel zu legen, um den Kunden die bestmögliche Versorgung gewährleisten zu können.

 

Dr. Reinhard Groß referierte u.a. „als Apotheker“ über die Bedeutung der Vereinheitlichung der Preise und der flächendeckenden Versorgung.

Persönlich reagierte er mit Unverständnis auf das EuGH-Urteil und verglich es mit einer Autofahrt nach Österreich, bei der er sich an dortige Geschwindigkeitsregeln halten müsse und nicht „mit 180 k/mh über die Autobahn“ fahren kann.

Vor allem stellte er in seinem Vortrag die Wichtigkeit der pharmazeutischen Beratung und die ständige Erreichbarkeit auch in akuten Fällen vor Ort in den Vordergrund, die es dringend zu erhalten gelte.

So plädierte er zum Ende hin auf die Einhaltung der Arzneimittelpreisverordnung in Deutschland.

 

Nach einer spannenden Diskussionsrunde zwischen Publikum und geladenen Experten unterstrich Arnold Vaatz im Schlussstatement die Wichtigkeit eines Kompromisses, damit der Billigkeitsgrundsatz und der Festpreis erhalten werden können als auch die Bevölkerung nicht mit unnützen Kosten belastet werden.

 

„Es ist wichtig über dieses Thema zu sprechen!“, erklärte Vaatz zum Abschluss.

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