Kolumne in der SUPERillu: "Wir gingen einen vernünftigen Mittelweg"

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Kommentare: 3
  • #1

    Martin Kuhrau (Donnerstag, 01 Dezember 2016 13:56)

    Ein wohltuend sachorientierter Beitrag mit nachvollziehbarer Bewertung. Hoffentlich wird die Debatte über das emotionsgeladene Thema Rentenangleichung wieder sachlicher geführt, wie es Herr Vaatz hier versucht.

  • #2

    Johann F. Niemeyer (Freitag, 02 Dezember 2016 15:16)

    Wie es Durchschnitte nun mal so an sich haben, werden sie aus hohen und niedrigen Beträgen gebildet. Es ist sicherlich richtig, dass in den neuen Bundesländern der Durchschnitt noch niedriger ist. Das ist aber auch in den alten Bundesländern möglich. Im Gegensatz zu den neuen Bundesländern werden allerdings die Löhne in den alten Bundesländern nicht hochgewertet. Deshalb erhält jemand mit 36.267 € Jahresverdienst in Aurich auch nur 1 Entgeltpunkt, zugegebenermaßen mit einem aktuellen Rentenwert von 30,45 € Monatsrente. Wer aber im Osten denselben Betrag verdient, erhält dafür 1,1479 Entgeltpunkte (Ost), zugegebenermaßen "nur" mit einem aktuellen Rentenwert (Ost) von 28,66 €. Unter dem Strich ergibt das dann für den Versicherten im Osten 2,45 € monatlich mehr!

    Mir hat Herr Vaatz geantwortet:
    ich glaube nicht, dass die gegenwärtigen ostdeutschen Rentner einer schnellen Rentenangleichung und dem damit verbundenen Wegfall der Höherwertung zustimmen würden, da dies eine Rentenkürzung für Ihre Kinder und Enkel bedeuten würde!

    Ich glaube nicht, dass Arbeitnehmer im Osten gern mehr Rentenbeiträge zahlen wollen, um eine Angleichung der jetzigen Renten zu finanzieren um selbst später aufgrund der bestehenden Lohnunterschiede und dem Wegfall der Höherwertung eine geringere Rente als die jetzigen Rentner zu beziehen.

    Auf die Frage, was er denn den Arbeitnehmern im Westen antworten würde, ist er leider nicht eingegangen.

    Ist es wirklich so, dass die Rentner im Osten gerne auf eine Anpassung verzichten, damit ihre Kinder, Enkel und Urenkel höhere Renten erhalten als vergleichbare Personen im Westen? Oder hat Herr Vaatz mal schon die Bodenhaftung zu seinen Wählern verloren.

    Sind die aktiv Versicherten im Osten wirklich so egoistisch, dass Sie eigene höhere Renten einer Gleichstellung Ihrer Eltern mit jenen im Westen vorziehen?

    Sitzen wir nicht alle in einem Boot, das von allen mit besten Kräften vorangetrieben werden sollte und keine Schlagseite erleidet?

    Eine Angleichung aller Löhne, ob in Dessau, Passau oder Aurich wird es nie geben. 2025 ist zu spät, das sind 35 Jahre nach der Wiedervereinigung!



  • #3

    Walter Koch (Sonntag, 08 Januar 2017 12:39)

    Meinung zum Thema zum Angleich erst 2025 Ost- und West-Rente
    Sehr geehrter Herr Vaatz,
    Sie hatten mit mir, Walter Koch, schon eine ausgiebige Korrespondenz zum Angleich Ost- und West-Rente. Aufmerksam habe ich mir die Kolumne in der SUPERillu:
    "Wir gingen einen vernünftigen Mittelweg" durchgelesen.
    Die aufgezeigten Argumente sind für mich nachvollziehbar, eine Belastung unserer Kinder, wir haben Drei im Alter von 47 und 45 Jahren, ist natürlich nicht wünschenswert. Aus diesem Grund ist für mich nachvollziehbar, dass die Rentenangleichung über einen längeren Zeitraum erfolgt.
    Es ist für mich eine vernünftige Lösung mit dem Mittelweg!
    Die aufgezeigten Argumente sind doch nicht erst seit dem Rentengipfel bekannt.
    Sicher auch schon seit den letzten Bundestagswahlen vom 22.09.2013?
    Wie immer so oft gibt es ein Aber!
    Warum erfolgen Wahlversprechen an die ostdeutschen Rentner hier zwei Beispiele:
    Die Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag CDU/CSU und SPD die völlige Angleichung
    der Rentenwerte Ost und West zum Ende des Solidarpaktes vereinbart.
    Hier: Auszug aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD
    18. Legislaturperiode
    Deutschlands Zukunft gestalten
    Quelle: https://www.bundesregierung.de
    /Content/DE/_Anlagen/2013/2013-12-17-koalitionsvertrag.pdf?__blob=publicationFile
    Zitat Seite 74
    „Angleichungsprozess Ost West fortsetzen
    Der Fahrplan zur vollständigen Angleichung, gegebenenfalls mit einem Zwischenschritt, wird in einem Rentenüberleitungsabschlussgesetz festgeschrieben:
    Zum Ende des Solidarpaktes, also 30 Jahre nach Herstellung der Einheit Deutschlands, wenn die Lohn-
    und Gehaltsangleichung weiter fortgeschritten sein wird, er- folgt in einem letzten Schritt die vollständige Angleichung der Rentenwerte. Zum 1. Juli 2016 wird geprüft, wie weit sich der Angleichungsprozess bereits vollzogen hat und auf dieser Grundlage entschieden, ob mit Wirkung ab 2017 eine Teilangleichung notwendig ist.“
    Ein Auszug eines Interview Frau Bundeskanzlerin und Vorsitzende der CDU Deutschlands Dr. Angela Merkel
    Quelle: Sächsische Zeitung/Mittwoch, 13. August 2014
    Zitat
    „SZ: An der Frage der Ost-West-Rentenangleichung haben sich schon mehrere Vorgängerregierungen die Zähne ausgebissen. Wird es in dieser Wahlperiode ein Gesetz geben, das die vollständige Angleichung der Rentenwerte ab 2020 verbindlich festschreibt?
    Merkel: 2020 soll die Renteneinheit erreicht sein. Die Bundesregierung hat sich mit Blick auf das Auslaufen des Solidarpaktes Ende 2019 vorgenommen, 2016 zu überprüfen, wie weit die Angleichung der Altersbezüge in den neuen und den alten Bundesländern vorangekommen ist.
    Inzwischen beträgt der Rentenwert im Osten 92,2 Prozent des Westwertes.
    (Anmerkung aktueller Rentenwert im Osten 94,1 Prozent im Jahr 2016.)
    Noch ist schwer einzuschätzen, wie sich der Mindestlohn auf die Rentenangleichung auswirkt. Wir streben bis 2017 ein Gesetz an, das den Fahrplan zur vollständigen Angleichung der Rentenwerte in Ost und West festschreibt.„
    Schlussfolgerung stelle ich nun die Frage:
    Wie halten Politiker ihr Wahlversprechen, in diesem konkreten Fall kommen mir große Zweifel!
    Welcher von den Volksparteien CDU/CSU und SPD kann „MAN“ noch trauen?
    Mein Vertrauen in die Politiker der CDU/CSU und SPD ist sehr gestört,
    Insbesondere zur Aussage aus dem Interview Sächsische Zeitung/Mittwoch, 13. August 2014, von Bundeskanzlerin und Vorsitzende der CDU Deutschlands Dr. Angela Merkel, da klafft Wort und Tat weit auseinander.

    Wem kann „MAN“ noch vertrauen bei der kommenden Bundestagswahl der CDU/CSU und SPD. Mit der nicht Einhaltung des Wahlversprechens zur Angleichung der Renten in Ost und West bis zum Jahr 2020.Wen soll ich denn nun zukünftig wählen, CDU/CSU und SPD, sind für mich unglaubwürdig geworden.
    Eine Alternative wären noch DIE LINKE oder Bündnis 90/Die Grünen aber von der Politik sehe ich mich nicht vertreten. Einen andere Alternative sehe ich in der Parteienlandschaft für mich nicht.

    Mit freundlichen Grüßen


    Walter Koch