Kolumne in der SUPERillu: "Die Botschaft einer zweifelhaften Geste"

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Kommentare: 5
  • #1

    Martin Kuhrau (Donnerstag, 11 Februar 2016 11:27)

    Lieber Herr Vaatz,
    da kann ich Ihnen nur zustimmen. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, was die Herren Seehofer und Stoiber in Moskau wollten. Nicht einmal die bayrische Seite konnte aus deren Sicht greifbare Ergebnisse des Besuches berichten - zumindest keine mir bekannt gewordenen. Miteinander kritisch reden kann ja noch begründet sein. Aber reine Anbiederung? Nein!

  • #2

    Andreas Richter, Dresden (Freitag, 12 Februar 2016 17:06)

    Ja, so kann man das nicht nur, so muß man das sehen. Abgesehen vom Seitenhieb auf die EU, der meiner Meinung nach nicht trifft, ist alles andere treffend beschrieben. Der Kreml wußte zu locken.

  • #3

    Hansjörg Fiedler (Sonntag, 14 Februar 2016 17:35)

    Interpretationsmöglichkeit: Seehofer und Putin sind in ihrer körperlichen Größe doch erheblich unterschiedlich. Also erhielt der kleinere Begleiter den Auftrag vom Großen, den allmächtigen Putin zu liebkosen. Damit wird wortlos erklärt,dass das Wirken unserer Bundeskanzlerin und ihres Außen-ministers in Sachen Putin für Bayern als nicht relevant einzustufen ist. Plato meint es gäbe Männer, die sich für wertvoll halten, ohne feinere Bildung des Geistes u. Herzens. Statt dem Ganzen, dienen sie ihrem Geltungstrieb. Ein Schelm,der annimmt, Plato habe die Herren Moskaureisenden beschrieben.

  • #4

    Joachim Walther,Leipzig (Dienstag, 16 Februar 2016 17:28)

    Hallo Herr Vaatz,
    ich habe Ihre Kolumne vom 11.02.16 gelesen und bewerte diese mit ungenügend.
    Ihre geschichtliche Wühltätigkeit zur Begründung der von Ihnen dargelegten Empfindungen sind ja von mir noch anzuerkennen, aber Ihre von vornherein, auf eine Nichtlösung der die Menschheit brennenden Fragen unserer Zeit eingenommenen Haltung, sind für ein Mitglied des deutschen Bundestages unwürdig.
    Ich finde eine belastbarere Betrachtung der Weltpolitik ist unbedingt notwendig.
    Es gibt nicht nur die sogenannten Bösen oder Guten. Die Materie ist vielschichtiger und ich kann erwarten, das Sie in Ihrer Funktion und auch als gewählter Vertreter der Bürger dieses Landes keine Stimmungsmache betreiben, sondern sich wohlüberlegt zu Details der Politik äußern.
    Jawohl, es stimmt das da einiges in der Welt nicht rundläuft. Es stimmt auch das hier Russland einen gewichtigen Anteil daran zu verschulden hat. Das wird auch von mir kritisiert. Jedoch vergessen Sie in Ihren Darlegungen immer die ebenso noch viel negativere Rolle anderer Staaten.
    Warum nehmen Sie eine so starre antirussische Haltung ein und kritisieren in ganz wenigen Fällen die Strategie und Politik der USA. Wieso ärgern Sie sich nicht über die Politik der Türkei gegenüber den Kurden. Wieso werden von Ihnen keine Worte gesagt zu Flugeinsätzen auf Territorien fremder Länder, die nicht durch UNO-Resolutionen gedeckt sind. Wenn Sie die Ukraine betrachten und die dort herrschenden Zustände, können Sie doch nicht nur Russland die Schuld geben. Mindestens gleichgroß ist doch auch die Schuld derer, die den verschiedensten Gruppierungen Waffen geliefert haben. Im übrigen lieferte ja Deutschland nicht wenige Waffen in alle Welt. Was sagen Sie den zur Gewalt und Korruption der in der Ukraine agierenden Spitzenpolitiker ? Soll das Demokratie und Wohlstand für die ukrainischen Menschen bringen. Wie stehen Sie zu dem Grundsatz das gegebene Versprechen auch einzuhalten sind? Wieso lehnen Sie dann die angestrebte Nato-Osterweiterung nicht ab. Russland hatte von allen Seiten eine entsprechende Aussage erhalten !
    Politik ist doch in allererster Linie das gemeinsame Gespräch zur Lösung von Konflikten und das verlassen darauf, das Zusagen und Vereinbarungen auch eingehalten werden.
    Aber das wollen Sie meiner Meinung gar nicht. Embargos in all seinen Ausprägungen und dann vor allem fast immer nur in einer bestimmten Richtung werden nicht zum Ziel führen.
    Solange es in der Welt Staaten gibt, die sich zum Führer geboren fühlen, die anderen vorschreiben wollen was sie zu tun und zu lassen haben und die bei Zuwiderhandlungen ungestraft Länder mit fadenscheinigen Argumenten und medialen Lügen mit Waffengewalt überfallen können, wird sich diese Welt nicht verbessern. Deshalb sollten Sie lieber dazu beitragen ein internationales System zu schaffen, in dem alle Staaten gleiche Rechte und gleiche Pflichten haben. Ja, auch müssen gezielte Sanktionen festgeschrieben werden, wenn ein Mitglied diese Pflichten verletzt.
    Aber Großmachtpolitik, egal von welchem Land darf es nicht geben.
    Wenn Sie dies in Ihrer weiteren Politik berücksichtigen, haben Sie meine Unterstützung.
    Nur mit dem Finger auf Russland zu zeigen, jeder Berichterstattung, ohne deren Richtigkeit zu prüfen,zu glauben und eine starke einseitige Medienpräsenz Ihrerseits ist falsch.
    Aus diesem Grunde kann ich Ihnen und den von Ihnen vertretenen Kräften zur Zeit nicht trauen.
    Ich sehe deshalb die Begegnungen und Äußerungen bayrischer Politiker, auch wenn sie wirtschaftliche Hintergründe haben, viel positiver als Sie. Eventuell sind sie ja der Ausgangspunkt für Fortschritte.

    Viel Glück beim besseren regieren

  • #5

    Joachim Lucas (Mittwoch, 24 Februar 2016 22:32)

    Sehr geehrter Herr Vaatz,

    etwas verspätet (da erst heute gelesen) muss ich meine Meinung zu Ihrer doch sehr einseitigen Betrachtungsweise abgeben. Mich verwundet etwas, dass Sie zwar das Stalinregime als heute noch existierenden Angstfaktor für die Ukraine angeben, dass Sie aber die Verbrechen der Nazis dort überhaupt nicht erwähnen. Hinsichtlich der Krim und der derzeit umkämpften Gebiete ist es Ihnen sicher auch entgangen, dass dort vorwiegend Russen leben und dass die Krim 170 Jahre zu Russland gehörte, bevor sie 1954 durch Chruschtschow der Ukraine angegliedert wurde. Und wenn man bedenkt, dass in der ukrainischen Regierung auch sehr nationale Kräfte mit offensichtlich faschistischem Gedankengut sitzen, wird das Handeln Russlands verständlicher.
    Es freut mich, dass Herr Stoiber sich auf den Weg nach Russland gemacht hatte und auch den Mut hat, den offiziellen Regierungsmeinungen, die Stirn zu bieten. Leider ist ja heutzutage die Darstellung in den Medien sehr einseitig auf die offizielle Regierungsmeinung beschränkt, was mich sehr deutlich an die DDR-Zeiten erinnert.
    Mit Ihrer Betrachtung, Herr Vaatz, liegen Sie voll im Sinne der „US-Vorgaben“ zur Russland-Politik. Vielleicht schauen Sie sich einfach mal unter https://www.youtube.com/watch?v=IuTCKy8uL7A die Denkweise von George Friedman, einem einflussreichen Politologen der USA an (Zitat: „Das Hauptinteresse der USA, für das wir immer wieder Krieg geführt haben - im Ersten und Zweiten Weltkrieg und auch im Kalten Krieg - waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Weil vereint, sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse besteht darin, sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.“). Dann werden Sie feststellen, wer der eigentliche Drahtzieher für die Ukrainekrise sowie viele andere in der Welt ist. Ofensichtlich wollen Sie und vor allem Frau Merkel dies nicht wahrhaben. Zumindest sollten Ihnen und allen stramm auf Regierungskurs liegenden Menschen aber die Waffenlieferungen der USA an die osteuropäischen Staaten (erfolgt außerhalb des NATO-Programms) und die Modernisierung der Atomwaffen in Deutschland (anstelle der früher von Regierungsseite versprochenen Abschaffung selbiger) zu denken geben.
    In der Hoffnung, dass die deutsche Außenpolitik wieder besser und selbstbestimmter wird (Herr Stoiber hat es gezeigt), warte ich gespannt auf die nächsten Wahlen.