Pressemitteilung Vaatz/Steinbach: DDR-Heimkinder zuhören - Entschädigungsreglung schaffen

Vertreter der Bundestagsfraktionen, der Bundesregierung und der ostdeutschen Länder haben gestern mit ehemaligen Heimkindern aus Kinder- und Jugendeinrichtungen der früheren DDR ein Gespräch geführt. Hierzu erklären der Stellvertretende Vorsitzende Arnold Vaatz und die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erika Steinbach:


"Das gemeinsame Gespräch von Bund und ostdeutschen Ländern ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Schaffung einer Entschädigungsregelung auch für Heimkinder aus der ehemaligen DDR. Das Gespräch mit den Betroffenen, an dem für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion der Abgeordnete Manfred Kolbe teilgenommen hat, ist ein Zeichen, dass ehemaligen Heimkindern der DDR ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wird wie Heimkindern aus westdeutschen Einrichtungen.

Die furchtbaren Erfahrungen in DDR-Heimen und Jugendwerkhöfen haben zum Teil das gesamte weitere Leben wesentlich geprägt. Die Betroffenen sind Opfer eines Systems von Kinder- und Jugendeinrichtungen geworden, das darauf ausgerichtet war, systematisch den eigenen Willen der anvertrauten Kinder zu brechen. Unter der Verantwortung der damaligen Ministerin für Volksbildung Margot Honecker wurde so versucht, mit menschenverachtenden Methoden Kinder zu "sozialistischen Persönlichkeiten" zu formen.


Entsprechend des Beschlusses des Deutschen Bundestages vom 7. Juli 2011 sollen Bund und ostdeutsche Länder schnellstmöglich auch für die DDR-Betroffenen eine Entschädigungsregelung vereinbaren. Ein Entschädigungsfonds eröffnet den Opfern die Möglichkeit, ihre Traumata durch Therapien zu verarbeiten, ins Leben zurückzukehren und die Verletzungen der Würde heilen zu helfen.


Unser Ziel ist es, dass diese Regelung - wie für die westdeutschen Bundesländer - ab 1. Januar 2012 in Kraft tritt, gegebenenfalls auch rückwirkend."

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Kommentare: 2
  • #1

    Raimon Breyer (Montag, 12 Dezember 2011 12:42)

    Und warum gibt es das nicht längst ? Es ist Tradition in der CDU sich nicht um Opfer und Folgen zu kümmern. Es ist eine Schande das Verbrechen dieser Art wegen Verjährung nicht verfolgt werden und die Täter, egal ob Ost oder West keine Wiedergutnachung leisten müssen. Ob ein Kind in einem Jugendwerkhof der DDR oder einem katholischen Kinderheim der BRD gequält wurde ist für die Folgen gleich. Die Gleichgültigkeit der CDU ist doch aktuell an den sogannten Neonazis zu sehen. In allen Bundesländern, besonders im Osten, werden seit 1990 Ausländer verprügelt gedemütigt und umgebracht. ( Rostock, Hoyerswerda, Dessau )Und was haben Sie dagegen getan ? Ihren Namen lese ich bloß im Zusammenhang mit alten Stasigenossen die Sie persönlich ja sehr zu hassen scheinen. Das war gestern. Bei den Kriminellen der rechten Szene drückt die Polizei gerade im Osten beide Augen zu, Akten werden vernicht und gelöscht. Hooligans machen was sie wollen. Aber einem Jugendpfarrer das SEK nach Hause schicken, das können Sie.
    Jetzt bringen Sie endlich diese Entschädigungsregelung auf den Weg und zwar rückwirkend. Und da das Parlament ja meist aus Juristen besteht gibt es vieleicht doch eine Möglichkeit die Täter wenigstens materiel zur Verantwortung zu ziehen. Die Abgeordneten sollten mal nachdenken und nicht die ganze Zeit mit dem Händy spielen und Bild Zeitung lesen. Nicht das wie nach der Nazizeit die NSDAP Bonzen in den geraubten jüdischen Häusern wohnen und die Flüchtlinge in Baracken. Die Wärter und Erzieher bekommen Rente und die Opfer Hatz4. So kann es nicht bleiben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Raimon Breyer

  • #2

    Frank Kampehl (Mittwoch, 15 Februar 2012 17:16)



    Zeitsprung- 20 Jahre in der Zukunft-
    Ein mögliches Szenario:

    Einhochgradig an Alzheimer erkrankter Greis verletzte eine Pflegekraft schwer und stammelt fortlaufend immer Sätze wie:” Ich werde wieder abhauen” und ” Von Makarenko lernen-tut weh”!
    Der in seine Kindheit geistig Zurückgefallende, verweigert sich mit allen Kräften der Einnahme von beruhigenden Medikamenten und schreit:”Ich will keine Lepinaletten mehr, davon kriege ich Nierenschmerzen! “Morgen kommt mein Vater aus dem Westen und fackelt das verdammte Spezialkinderheim ab!" "Und wenn er nicht kommt tu ich es!”
    Vergeblich versuchen Ärzte von dem Greis zu erfahren, was Ihm in seiner frühen Kindheit widerfahren ist. Allzu gründlich scheint er es in sein Unterbewustsein verbannt zu haben, aus dem es nun in Stücken hervorbricht. Erlebnisse aus Kriegszeiten scheiden wegen dem Geburtsdatum aus.

    tik, tik, tik,tik…………..