Di
13
Mär
2012
Um das Jahr 1412 dreht sich in Radeberg in diesem Jahr alles Mögliche: Umzüge,Ausstellungen, Kostüme, alles, was das Herz begehrt. Aber – ich weiß nicht wie es Ihnen geht: Am Ende geraten die vielen bunten Fakten gerne durcheinander. In welch eine Zeit fieldenn nun dieses Jahr 1412? Barbarossa? Kopernikus? Dante? Sir Fracis Drake? Störtebeker?Kreuzfahrer? Mongolensturm? Oder nichts und keiner von allen? Und was bewegte sich politisch? Und warum? Gab es Krieg, gab es Frieden? Welche Fragen standen auf der Tagesordnung? Was bewegte die Menschen? Was wäre in den Abendnachrichten gekommen, hätte es damals Fernsehen gegeben?
Soviel ist richtig: Radeberg wurde Stadt. Damit sind wir schon bei einem komplizierten Sachverhalt: Was ist eine Stadt? Das Deutsche Mittelalter ist als Zeit des Feudalismus bekannt. Feudalismus bedeutet: Im Mittelpunkt aller Rechtsbegriffe stand damals das Feudum – zu deutsch das Lehen. Der Inhaber bestimmter Rechtsgüter – etwa von Land, aber auch von Einkünften, Herrschaftsrechten über Dörfer oder Städte, Vogteirechten über Klöster, Berg-, Wasser-, Forst- oder Jagdrechten – konnte eine andere Person mit diesen Rechtsgütern ausstatten, sie ihr leihen. Das Verliehene nannte man das Lehen, den Lehnsnehmer einen Vasallen seines Lehnsherren, der nun diesem gegenüber Gefolgschaftspflichten hatte. Beinahe das gesamte europäische Herrschaftsgefüge des Mittelalters war ein System aus solchen Gefolgschaftspflichten, an dessen Spitze als oberster Lehnsherr der König stand.
Fr
31
Dez
2010
I.1.6. Arnold Vaatz
(Staatsminister a. D. und Bundestagsabgeordneter)
Völker hasten von Zäsur zu Zäsur – dazwischen ist das Leben eher gleichförmig. Aber an den Zäsuren hakt sich die Erinnerung fest, und die Summe der Erinnerung ist die Erfahrung, die eine Gesellschaft abruft, wenn sie die Gegenwart bewertet. Napoleon war eine solche Zäsur für Sachsen. Es war eine Fremdherrschaft – sicher. Aber sie brachte einen Hauch von Aufbruch mit. Die Beweglichkeit und Phantasie der Zukunft gegen die erstarrte Vergangenheit, der natürliche Haarschopf gegen die gepuderte Perücke – das war nicht nur das Szenario von Jena und Auerstedt. Ganz Deutschland stand in seinem Bann. Die Höfe verkamen zu Statisten der Geschichte, ihre Zeit schien vorbei.